Befreiung
der Frauen!
Die Zeitschrift "Yeni Dünya için ÇAĞRI" "AUFRUF für eine neue Welt"
Unser Kampf für die Befreiung der Frauen!
(Programmatische Thesen- Sondernummer 42)
ÇAĞRI ist eine kommunistische Monatszeitschrift, die sich in Nordkurdistan-Türkei
den Kampf für die demokratische Volksrevolution, die der sozialistischen
den Weg eröffnet, auf die Fahnen geschrieben hat. Ins "Verlagsleben"
trat unsere Zeitschrift mit dem Anspruch ein, daß "die Hälfte der
kommunistischen Arbeit, die unter den werktätigen Frauen ist" (Clara
Zetkin). In jeder Ausgabe werden unter der besonderen Rubrik "Die
neue Frauenwelt" Artikel zu den vielfältigen Fragen des Befreiungskampfes
der Frauen veröffentlicht. In der Redaktion ist eine Frau dafür
speziell verantwortlich. Natürlich werden aber, wie alle Artikel,
auch die der Frauenrubrik von der Gesamtredaktion diskutiert und
veröffentlicht. Aber uns reicht es nicht aus nur in einer besonderen
Rubrik zu Fragen des Befreiungskampfes der Frauen Position zu beziehen.
Wir sind uns der Aufgabe bewußt, daß wir in allen Bereichen des
Klassenkampfes die wir thematisieren, die besondere Unterdrückung
der werktätigen Frauen enthüllen und die sich daraus ergebenden
Forderungen als allgemeine des Klassenkampfes aufgreifen müssen.
Diese Praxis bedeutet für uns auch alle Leserinnen und Mitkämpferinnen
nicht nur auf dem Gebiet der Frauenbefreiung sondern im umfassenden
politischen Kampf zu gewinnen. Unsere Zeitschrift beteiligt sich
aktiv an den verschiedensten Kämpfen der ArbeiterInnenklasse und
der Werktätigen, wie Streiks und Aktionseinheiten. In sie tragen
wir bewußt unsere kommunistischen Positionen zur Frauenbefreiung
hinein.
Unsere Grundpositionen und Hauptforderungen im Befreiungskampf
der Frauen sind:
Arbeiterinnen, Bäuerinnen! Organisiert Euch gegen die kapitalistische
Ausbeutung!
Die überwältigende Mehrheit der werktätigen Frauen in unserem
Land arbeitet ohne Absicherung, ohne Sozialversicherung als "unbezahlte
Familienarbeiterin." Von den Frauen im arbeitsfähigen Alter sind
53,5 % in der Landwirtschaft tätig, und davon die Mehrheit als unbezahlte
Familienarbeiterinnen. Die werktätigen Frauen, die in der Landwirtschaft
als "unbezahlte Familienarbeiterin" , schuften, müssen einerseits
auf dem Feld die schwersten Arbeiten mit niedrigster Prokduktionstechnik
ausführen, und machen daneben zu Hause die Hausarbeit (kochen, spülen,
waschen, putzen etc), gebähren Kinder und ziehen sie gross. Die
Mehheit der Frauen in unserem Land zählt zu dieser Kategorie. Sie
werden doppelt unterdrückt und ausgebeutet. Ein Teil dieser Frauen
leben immer noch unter halbfeudalen Produktionsbedingungen, und
als Familienmitglied der armen bodenlosen oder nur eine kleine Parzelle
besitzenden Bauernfamilien schuften sie als Teilpächter und Tagelöhnerinnen.
Feudale Traditionen und Unterdrückung im Überbau leben am stärksten
in den ländlichen Gebieten fort. Die werktätigen Frauen sind die,
die sie am stärksten spüren. Nach den feudalen Vorstellungen und
entsprechend der feudalen Unterdrückung besitzt der Mann in der
Familie die uneingeschränkte Herrschaft. Auch die Frauen haben verinnerlicht,
dass dies von Beginn an unhinterfragt akzeptiert, und als Gebot
Gottes hingenommen wird. Blutrache, Kopfgeld, die Ermordung von
jungen Frauen auf Beschluss des Familienrates, im Namen der ÔEhreÕ,
weil diese Frauen den Mut hatten sich nicht an Familienbeschlüsse
zu halten, usw. all das sind nur die Spitze des Eisbergs der Unterdrückungsmechanismen.
Die Befreiung der werktätigen Frauen in der Landwirtschaft führt
zweifelsfrei über die Demokratisierung der gesamten Gesellschaft.
Damit diese werktätigen Frauen unabhängig von ihren "Familien" leben
können, ist es eine dringende Forderung:
Entlohnung der Arbeit, Bezahlung der Hausarbeit, Krankenversicherung,
Recht auf Rente.
30% der Frauen im arbeitsfähigen Alter arbeiten im Dienstleistungssektor
und 14% in der Industrie.
Nur ganz wenige Arbeiterinnen und werktätige Frauen können von den
selbst auch nur sehr begrenzten Arbeitsgesetzen des faschistischen
türkischen Staates "profitieren". Es sind ganze 7% der arbeitsfähigen
Frauen, die als lohnabhängige oder im Beamtenstatus arbeiten können.
Die allermeisten der lohnabhängig tätigen Frauen arbeitet ohne Sozialversicherung
und ist nicht gewerkschaftlich organisiert. Beispielsweise sind
viele Arbeiterinnen in Kleinbetrieben der Textil- und Konfektionsindustrie
tätig. Sie sind vollständig der Willkür des Unternehmers ausgeliefert.
Weder die festgelegte gesetzliche Arbeitszeit von 8-Stunden noch
die gesetzlich fixierten Feiertage werden ihnen gewährt. Arbeiterinnen,
die Überstunden verweigern werden unter Druck gesetzt, Arbeiterinnen,
die sich gewerkschaftlich organisieren möchten, werden entlassen,
die Löhne werden teils gar nicht oder sehr verspätet ausgezahlt.
Nicht Arbeitsgesetze, sondern die Willkür des Chefs bestimmt auf
diesen Arbeitsstellen.
Darum ist eine unserer Hauptlosungen:
Recht auf Arbeit mit Sozialversicherung für Frauen!
Viele der lohnarbeitenden Frauen in unserem Land (Montagearbeiterinnen,
Näherinnen, Putzfrauen etc.) sind in nichtqualifizierten Arbeitsplätzen
beschäftigt und erhalten daher die niedrigsten Löhne. Wobei selbst
in einigen qualifizierten Sektoren, wo sie arbeiten, wie im Gesundheits-
oder Erziehungsbereich, auch die Löhne extrem niedrig sind. Das
ist die doppelte Ausbeutung der werktätigen Frauen. Darum verfechten
wir die grundlegende Forderung in der Lohnpolitik, um die Löhne
der Arbeiterinnen zu erhöhen:
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! Sofortige Erhöhung der Frauenlöhne!
Für die werktätigen Frauen ist die Kinderbetreuung eine der brennendsten
Fragen! Sie ist in unserem Land nach wie vor die Hauptaufgabe der
Frauen selbst. Das schlägt sich natürlich in den männerchauvinistischen
Gesetzen nieder wie: " Haushaltsvorstand ist der Mann." "Der Mann
sorgt für den Unterhalt des Haushalts, die Aufgabe der Frau ist
es, den Ehemann und die Kinder zu versorgen" (152. und 153. Artikel
des Familiengesetzbuches). Der türkische Staat bürdet die Kinderbetreuung
und -erziehung vor allem der Familie und in der Familie der Frau
auf. Natürliche Folge dieser Politik ist, daß es fast keine Kinderkrippen
und Kindergärten gibt, und die, die es gibt, sind für die werktätigen
Frauen unerschwinglich teuer. Um die Vorgaben des Arbeitsgesetzes
zu umgehen, - wenn 100 Frauen in einem Betrieb arbeiten muß eine
Kinderkrippe eingerichtet werden -, wird alles getan. So werden
z.B. nur 99 Frauen eingestellt, um das zu verhindern und es gibt
fast keine Kontrollen, die die Einhaltung des Gesetzes überprüfen.
Das führt zu der Situation, daß ein Teil der werktätigen Frauen
nach der Heirat und spätestens nach der ersten Geburt gezwungen
sind sich aus dem Arbeitsleben zurückzuziehen.
Darum stellen wir die Forderung auf:
Für jedes Kind einen Kindergartenplatz! Sie ist Teil unseres Kampfes
für die Vergesellschaftung der Kindererziehung.
Die männerchauvinistischen Gewerkschaften sind taub für die Forderungen
der Arbeiterinnen!
Das Leben und die Arbeitsbedingungen der werktätigen Frauen sind
unvorstellbar hart, der Grad ihrer Organisiertheit um das zu verändern
ist unvorstellbar unzulänglich. Die Unternehmer verhindern dank
der ihnen zugebilligten Stärke durch die Gesetze in den Betrieben
die gewerkschaftliche Organisierung. Die Organisierung der Arbeiterinnen
ist unter der doppelten Bürde eines 8-10 stündigen Arbeitstages
und der zusätzlichen Hausarbeit sowieso unvergleichlich schwer.
So ist es kein Wunder, daß in unserem Land die Prozentzahl der gewerkschaftlich
organisierten Frauen extrem niedrig ist. Die existierenden Gewerkschaften
sind generell faschistische, reformistische, männerchauvinistisch
geprägte sogenannte "gelbe" Gewerkschaften. Bei der allergrößten
Gewerkschaft "Türk-is" (Türkische Arbeit!) sind auf den Gewerkschaftskongressen
2% der Delegierten Frauen, bei der DISK-Gewerkschaft um die 4 %.
Allein dieses Bild zeigt, daß diese Gewerkschaft keinerlei ernsthafte
Anstrengungen unternehmen, die Rechte der Arbeiterinnen zu verteidigen
und die Frauen gewerkschaftlich zu organisieren. Zwar gibt es seit
einiger Zeit bei den größeren Gewerkschaften Frauenkommissionen,
nur deren Aktivitäten finden ausschließlich auf dem Papier statt.
Daher vertreten wir in unserer journalistischen Arbeit die Notwendigkeit
der Organisierung der Arbeiterinnen und werktätigen Frauen (auch
in den Gewerkschaften), gleichzeitig decken wir aber auf wie die
gelben Gewerkschaften diese Aufgaben karikieren.
Die Arbeiterinnen und werktätigen Frauen müssen ihre Forderungen
in ihre eigenen Hände nehmen und sich organisieren. Einen anderen
Weg gibt es nicht!
Weg mit den Gewerkschaftsbonzen!
Klassenbewußte Frauen zum gewerkschaftlichen Kampf!
Hausfrauen organisiert Euch!
In unserem Land sind die Hälfte der 20 Millionen Frauen im arbeitsfähigen
Alter (9,5 Millionen) "Hausfrauen". Die Mehrheit sind Angehörige
der unterdrückten Klassen, die Ehefrauen der Arbeiter und Werktätigen
und ihre einzige "Sicherheit" ist die Ehe. Solange die Ehe anhält
ist sie die Versicherung, daß die Frauen für ihre Fronarbeit sich
mehr oder weniger satt essen können und nicht hungern müssen. Das
ist der Hauptgrund warum die Frauen trotz der unzähligen Erniedrigungen
und Schläge durch den Ehemann an der Ehe festhalten. Die Hausfrau
hat keinerlei Sicherheit für sich selbst. Darum ist sie ein Leben
lang gezwungen die Hände für den Ehemann und die Kinder zu öffnen.
Darum stellen wir die Forderung: Der Staat und die Kapitalisten
sollen ein Rentensystem für die Hausfrauen schaffen!
Dabei dürfen wir aber nicht stehen bleiben. Solange im kapitalistischen
System die Hausarbeit als "Privatarbeit" organisiert ist, verlangen
wir für den Arbeitsaufwand der verausgabt wird um die Reproduktion
der Arbeitskraft zu gewährleisten:
Lohn für Hausarbeit!
Unser Ziel ist die Vergesellschaftung der Hausarbeit:
Die Haussklaverei auf den Müllhaufen der Geschichte! Hausfrauen
organisiert Euch!
"Jeder Frau eine qualifizierte Arbeit", "Für die Vergesellschaftung
der Kindererziehung", "Für die völlige Vergesellschaftung der Hausarbeit!"
Ohne diese programmatischen Forderungen von uns einen Moment zu
vergessen, stellen wir die Forderung auf: "die Hausarbeit soll von
den Kapitalisten und vom Staat entlohnt werden".Kampf der Männergewalt
gegen Frauen!
"Wer seine Tochter nicht schlägt, schlägt sein Knie!" Die gesellschaftliche
Anerkennung der Männergewalt gegen Frauen kommt am offensten in
diesem Sprichwort zum Ausdruck.
In unserem Land ist Gewalt gegen Frauen in den brutalsten Formen
in allen Bereichen des Lebens an der Tagesordnung. Die feudalen
Sitten und das "Ehr"verständnis vor allem in den ländlichen Gebieten
(aber nicht nur da, sondern auch in den Metropolen) sind nach wie
vor lebendig. Frauen werden gegen Brautgeld verkauft; mit der Begründung
"die Familienehre wird befleckt", wenn sie nicht mehr Jungfrauen
sind, werden Frauen ermordet. Wenn die männerchauvinistischen Sitten
nur im geringsten nicht befolgt werden sind die Frauen übelsten
Angriffen ausgesetzt. Mißhandlungen, Vergewaltigungen, Prügel vom
Ehemann, das ist Alltag von Millionen von Frauen. In einem Land
wo Frauen und Mädchen solchen Gewaltorgien ausgesetzt sind, gibt
es für sie nicht eine einzige gesellschaftliche Einrichtung, an
die sie sich wenden können um diesen Situationen zu entfliehen!
Die durch die Frauenbewegung geschaffenen, allerdings völlig unzureichenden
und keinerlei gesetzliche Unterstützung erhaltenden zwei unabhängigen
Frauenhäuser mußten ihre Türen schließen, weil sie einfach kein
Geld hatten. Auf der anderen Seite aber, hat der faschistische türkische
Staat im Rahmen eines "Familienschutzgesetzes" ein Gesetz verabschiedet
um Männergewalt gegen Frauen zu bestrafen. Es ist wirklich so offensichtlich,
daß dieses Gesetz nur zur Show gemacht wurde. Obwohl dieses Gesetz
bereits seit zwei Jahren gültig ist, gibt es keinen einzigen bekannten
Fall, wo es angewendet worden ist. Da es keinerlei ernsthafte Versuche
gibt, das Gesetz anzuwenden, da die finanziellen Bedingungen und
eine Kontrolle überhaupt nicht geschaffen wurden, zeigt sich daß
es von Anfang an ein Gesetz auf dem Papier bleiben sollte und bleiben
wird! In unserem Land gibt es eine Unmenge solcher Gesetze!
Von diesem Staat haben wir auch sowieso nichts anderes erwartet.
Wer wird wen bestrafen? Die gegen Frauen gerichtete Gewalt wird
ja von den Händen des Staates selbst ausgeübt. In den Polizeistationen,
in den Folterkammern unseres Landes werden als Ôaußergewöhnliche
VerhörmethodenÕ bei Frauen Mißhandlung und Vergewaltigung eingesetzt.
Leibesvisitationen bei denen sich Frauen völlig entblößen müssen
sind bei Festnahmen und in den Knästen an der Tagesordnung. Es ist
ein Angriff auf die Sexualität, eine Unterdrückung und eine Einschüchterung
von Frauen und Mädchen wenn sie zwangsweise der "Jungfrauenkontrolle"
unterzogen werden.
Der türkische Staat benutzt die männerchauvinistische Gewalt um
den Kampf der unterdrückten Frauen zu ersticken. Zur Hauptzielscheibe
unseres Kampfes gegen Gewalt gegen Frauen machen wir den türkischen
faschistischen Staat, der mit allen Mitteln den Männerchauvinismus
am Leben erhält und massiv fördert. In allen Bereichen prangern
wir Gewalt gegen Frauen an und wir geben in unserer Zeitschrift
auch unserer Auffassung großen Raum, daß unter den Unterdrückten
und auch unter den Revolutionären der konsequente und ständige Kampf
der Gewalt gegen Frauen angesagt werden muß.
Wir fordern:
Unerbittlicher Kampf der Männergewalt gegen Frauen!
Schluß mit der nationalen Unterdrückung!
In dem Völkergefängnis Nord-Kurdistan/Türkei sind die unterdrückten
Frauen neben der Klassen- und der Geschlechtsunterdrückung zusätzlich
der nationalen Unterdrückung ausgesetzt. Die Frauen der kurdischen
Nation sind heute der stärksten nationalen Unterdrückung unterworfen.
Der faschistische türkische Staat schreckt vor keiner Barbarei zurück
um den nationalen Befreiungskampf der kurdischen Nation auszulöschen
und stachelt mit all seinen Möglichkeiten den türkischen Chauvinismus
an.
Die kurdischen Frauen sind am schrecklichsten der sich ineinander
verbindenden nationalen und Geschlechtsunterdrückung ausgesetzt.
Sie nimmt unbeschreiblich grausame Formen an. Die kurdischen Frauen
werden aus ihren Dörfern und Gebieten vertrieben, mit ihren Kindern
in Hunger und Elend gestoßen, auf den Dorfplätzen nackt ausgezogen,
gefoltert und verprügelt. Sie werden vergewaltigt um ihre Söhne
und Töchter zu verratenÉ
Aber es gibt auch die andere Seite der Medaille: Trotz der Gewalt-
und Terrorpolitik sind die kurdischen Frauen erwacht und leisten
Widerstand gegen die nationale und Geschlechtsunterdrückung.Trotz
der systematischen Politik des türkischen Staates die revolutionäre
und kommunistische Presse zum Schweigen zu bringen, einzuschüchtern
und zu verbieten, versuchen wir in unserer Zeitung die Terrorpolitik
gegen die unterdrückte Nation und die nationalen Minderheiten zu
entlarven und unsere Stimme dagegen zu erheben.
Befreiung der kurdischen Nation fordert Freiheit für die kurdische
Frau!
Schluß mit der nationalen und Geschlechtsunterdrückung der armenischen,
arabischen, lasischen, tscherkesischen, georgischen Frauen und allen
anderen Minderheiten!
Kampf dem Männerchauvinismus auch in den revolutionären Reihen!
Ein wichtiger Eckpfeiler unserer Linie in der Frauenbefreiung
ist der Kampf gegen männerchauvinistische Verständnisse und Verhalten
in den revolutionären und kommunistischen Reihen. Wir meinen, daß
das in der Gesellschaft vorherrschende Verständnis und die vorherrschende
Praxis sich auch in den revolutionären Organisationen und ihrem
Umkreis niederschlagen, und darum fordern wir, daß es unabdingbar
notwendig ist konsequent und beständig einen Kampf gegen den Männerchauvinismus
zu führen. Damit wir in dem gemeinsamen Kampf der Unterdrückten
für unsere gemeinsamen Ziele wirklich Schulter an Schulter kämpfen
können, müssen die Arbeiter und werktätigen Männer, die revolutionären
und kommunistischen Männer sich unbedingt radikal von der (bürgerlichen
und/oder feudalen) männerchauvinistischen Praxis und dem männerchauvinistischen
Verständnis trennen.
Dafür reicht es nicht aus zu erklären, daß unsere Klassenfeinde
die gleichen sind. Die revolutionären Männer müssen sich selbst
verändern und im Verhalten zu den Frauen in der Praxis beweisen,
daß sie sich verändert haben. In keinem Fall dürfen die Augen davor
verschlossen werden, wenn im revolutionären Kampf die Frauen auf
den zweiten Platz gestellt werden, wenn die Last der Hausarbeit
und der Kindererziehung auf den Rücken der Frauen gelegt werden,
wenn sich selbst revolutionär nennende Männer die mit ihnen lebenden
Ehefrauen, Freundinnen, Schwestern unterdrücken oder gegen sie Gewalt
ausüben.
In unserer Pressearbeit führen wir hauptsächlich einen Kampf in
den revolutionären Reihen gegen die ideologische Abweichung des
Männerchauvinismus und sehen es als unsere Aufgabe alle männerchauvinistischen
Positionen und Verhaltensweisen anzuprangern.
Nieder mit der Männerherrschaft! Nieder mit dem Männerchauvinismus!
In den revolutionären Reihen ist die feministische Abweichung
zweitrangig und zumeist eine Reaktion auf die männerchauvinistische
Abweichung. Bei den revolutionären und kommunistischen Frauen ist
der Hauptfehler und Mangel, daß sie zu wenig Selbstvertrauen haben
und ihre Ansprüche runterschrauben und akzeptieren, daß sie zurückstecken.
Wir versuchen die Leserinnen und Mitkämpferinnen in diesem Kampf
zu stärken und zu bestärken. Den männerchauvinistischen Manövern
unter dem Vorwand des Feminismus-Vorwurf die Frauen zum Schweigen
zu bringen und einzuschüchtern, sagen wir den Kampf an.
Die Befreiung der Frauen liegt in der Revolution und im Sozialismus!
Für die internationale Solidarität!
In einer Zeit wo der Imperialismus weltweit seine völlige Hegemonie
verkündet, ist die Unterdrückung der werktätigen Frauen weltweit
eine Tatsache. Nicht nur in den vom Imperialismus abhängigen, mit
feudalen und halbfeudalen Überresten behafteten Ländern, sondern
in den imperialistischen Ländern selbst sind die Frauen ökonomisch,
politisch und gesellschaftlich ausgebeutet und unterdrückt. Die
seit jeher von den Herrschenden angewandte Politik des ÔTeile und
HerrscheÕ wird bei den unterdrückten Frauen so verwendet, daß die
Frauen nach ihren nationalen Wurzeln und auch nach ihrer Klassenzugehörigkeit
(Arbeiterin-Bäuerin-Angestellte) gegeneinander ausgespielt werden
und so wird versucht die Solidarität unter den Frauen zu verhindern.
Ein Beispiel dafür ist der Rassismus gegen Migrantinnen in den imperialistischen
Ländern.
Wir geben den Erfahrungen der Kämpfe der Arbeiterinnen und werktätigen
Frauen aus den verschiedensten Ländern viel Raum in unserer Zeitschrift,
um daraus auch für unsere Kämpfe zu lernen und die gemeinsame Solidarität
zu entwickeln. Wir versuchen auch unseren Beitrag zu leisten um
im Kampf gegen den Reformismus und die bürgerliche Frauenbewegung
die internationale Bewegung und Einheit der revolutionären und kommunistischen
Frauenbewegung zu schaffen. Die klassenlose und ausbeuterfreie Gesellschaft,
die die Frauenbefreiung verwirklichen wird, der Sozialismus und
der Kommunismus sind keine Illusionen, sondern im wahrsten Sinne
des Wortes die einzige Lösung, das versuchen wir in unserer Zeitschrift
zu propagieren.
Wir wollen uns nicht mit reformistischen Krümeln im männerchauvinistischen
imperialistischen System zufrieden geben, wir wählen den Kampf für
die wirkliche Befreiung!
Für die Solidarität der proletarischen und revolutionären Frauenbewegung!
März 2001
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