Was wollen wir? Wofür stehen wir?
"Aufruf Für eine neue Welt":
Eine revolutionäre/sozialistische Zeitschrift, die in Nordkurdistan/Türkei
trotz aller Hindernisse erscheint
Die Arbeiterklasse und die Unterdrückten von Nordkurdistan/Türkei
kamen erstmals vor circa 100 Jahren mit sozialistischen Ideen in
Berührung. Seit über hundert Jahren haben Organisationen, die im
Namen des Kommunismus/Sozialismus agierten, legale Zeitschriften
und Zeitungen veröffentlicht, um ihre sozialistischen Ideen unter
den Werktätigen zu verbreiten. Beispiele dafür sind die"Neue
Welt", die seit 1915, "Aydınlık" die seit der ersten
Hälfte der 20er Jahre , und "Partizan", die seit Mitte
1970 herausgegeben wurden.
Die militärisch faschistische Junta vom 12. September 1980 hat der
revolutionären und kommunistischen Bewegung einen massiven Schlag
versetzt. Nach einer Periode der totalen Unterdrückung und Zensur
wurde seit den 90'er Jahren erneut mit der Herausgabe von legalen/halblegalen
sozialistischen Zeitschriften und Zeitungen begonnen.
Die Zeitschrift "AUFRUF Für eine neue Welt", hat
im April 1997 legal ihr Publikationsleben angefangen. Sie setzt
die Arbeit und die Publikationslinie der Zeitschrift "Für
eine neue Welt", fort, von der 32 Nummern erscheinen konnten.
Bevor wir die Zeitschrift "Aufruf Für eine neue Welt"
vorstellen, wollen wir kurz auf die Vorläuferzeitschrift "Für
eine neue Welt" eingehen."Für eine neue Welt"
Die Zeitschrift "Für eine neue Welt" ("Yeni
Dünya İçin") hat im Mai 1992 mit einem Artikel zum 1. Mai ihre
Herausgabe gestartet. Über ihre Ziele heißt es zusammengefasst in
dem Artikel "Zur Herausgabe":
"Wir begrüßen Euch mit einem herzlichen HALLO, und
möchten euch nicht nur als LeserInnen, sondern auch als MitkämpferInnen
begrüßen. Besser gesagt, möchten wir auf diesem bestimmt sehr langen,
schwierigen aber lebendigem Weg mit euch, mit unseren LeserInnen
zusammen vorwärtsgehen.
Dieser lange Marsch ist der Marsch zu einer neuen Welt. Aber dies
ist nicht die neue Welt der 'Neuen Weltordnung', die die Imperialisten
und ihre Lakaien uns versprechen und uns erleben lassen. (...) Unsere
Neue Welt ist nicht die überalterte, verkommene Welt des Imperialismus
und der Reaktion jeder Schattierung.
Unser Marsch geht zu einer Gesellschaft wo 'das Reich der Notwendigkeit
zum Reich der Freiheit' wird, wie Marx und Engels es vor 154 Jahren
vorhergesehen haben."
Die Zeitschrift "Für eine neue Welt"mit ihren
progressiven demokratischen und kommunistischen Ideen musste nach
der Nummer 32 eingestellt werden. Die ununterbrochenen Verbote und
die Konfiszierung durch die Bourgeoisie, die Geld- und Gefängnisstrafen
zu denen der verantwortliche Redakteur und der Herausgeber verurteilt
wurden zwangen zu diesem Schritt.
Die Publikationsziele von "Aufruf für eine Neue Welt"
AUFRUF für eine Neue Welt ist eine politische Zeitschrift,
die den Kampf für die demokratische Volksrevolution, die in der
Türkei den Weg für die sozialistische Revolution ebnet sich auf
die Fahne geschrieben hat. Der monatlich erscheinende "AUFRUF"
erklärte zur Herausgabe der ersten Nummer im April 1997:
"AUFRUF - Wir rufen auf:
Kämpft für eine neue Welt! Aber unsere Neue Welt ist nicht die die
in den imperialistischen Medien propagierte "Neue Weltordnung"!
Unser Aufruf ist es diese dem Namen nach neue aber in Wirklichkeit
alte Ausbeuter und Unterdrückerordnung, den Imperialismus zu stürzen.
Unsere Neue Welt wird auf den Trümmern der alten imperialistischen
Welt durch den Kampf der ArbeiterInnen und Werktätigen errichtet
werden!
Unsere Neue Welt wird eine Welt sein, in der das Privateigentum
an Produktionsmitteln insgesamt aufgehoben und die Ausbeutung des
Menschen durch den Menschen beendet ist. (...)
Unsere Neue Welt wird eine Welt sein, die alle Formen der imperialistischen
Barbarei aus dem Leben der Gesellschaft beseitigt und ausgemerzt
hat!
In dieser Welt gibt es keinen Platz für Rassismus! In dieser Welt
gibt es nur eine 'Rasse': die 'Große Menschheit' (Nazim Hikmet),
die von ihrer Arbeit lebt!
In dieser Welt gibt es keinen Platz für Chauvinismus und Nationalismus!
Diese Welt wird alle Positionen aus der sich nationale Vorrechte
ableiten und Theorien von der Überlegenheit einer Nation über die
andere als menschenfeindlich ablehnen.
In dieser Welt gibt es keinen Platz für religiöse Reaktion! In dieser
Welt wird die Religion im wirklichen Sinne zur Privatangelegenheit
des einzelnen, und gegen die Betäubung der Werktätigen mit religiösem
Opium Aufklärung betrieben werden. Diese Gesellschaft wird sich
auf ihre Fahnen schreiben: Aufhebung des Bedürfnisses nach Religion!
In dieser Welt gibt es keinen Platz für Männerherrschaft! Diese
Welt wird sich die Vergesellschaftung der Hausarbeit und der Kindererziehung
auf ihre Fahne schreiben, und den Weg für die umfassende Befreiung
der Frauen, der Grundvoraussetzung für Gleichheit zwischen Männern
und Frauen ebnen!
In dieser Welt gibt es keinen Platz für reaktionäre, konterrevolutionäre
Kriege! Diese Welt wird eine des wirklichen Friedens sein!
In dieser Welt gibt es keinen Platz für faschistische oder sich
demokratisch gebende politische Herrschaftsregime der Bourgeoisie!
Diese Welt wird durch ein System regiert, das die Mehrheit der Arbeitenden
in eigener Herrschaft bildet, und die umfassendsten Formen der direkten
Demokratie anwendet. Die Entwicklung wird den Widerspruch zwischen
"Führenden und Geführten" insgesamt verschwinden lassen.
Diese Welt wird nicht nur der Ausbeutung des Menschen durch den
Menschen ein Ende bereiten! Nein! Diese Welt wird gleichzeitig eine
sein, die den Mensch mit der Natur aussöhnt! Diese Welt wird der
brutalen Ausplünderung der natürlichen Ressourcen für Maximalprofit
ein Ende bereiten, und eine Gesellschaft errichten, deren Produktion
und Konsumtion in Einklang mit der Natur steht und deren natürliches
Gleichgewicht nicht zerstört.
Das Programm dieser Neuen Welt hat einen Namen: Sozialismus und
Kommunismus! Wir rufen auf:
Zum Sozialismus! Zum Kommunismus!
Unser Ziel ist groß! Der Weg dahin weit und beschwerlich!
Aber das Ziel ist nicht unerreichbar und kein Traum!
Alle objektiven Bedingungen um dahin zu kommen existieren! Es reicht
aus, dass die Hegemonie der Ausbeuter über die Hirne und Herzen
der ArbeiterInnen, Bauern und allen Werktätigen zerstört wird! Es
reicht aus, dass die 'Große Menschheit' ihre wirkliche Kraft erkennt!
Es reicht aus, dass sie begreift, dass die heute unbesiegbar erscheinenden
Herrschenden nichts anderes als Parasiten sind, die sie auf ihrem
Rücken trägt! Dann werden durch die entfesselte revolutionäre Welle
die heute unbesiegbar erscheinenden imperialistischen Festungen
weggerissen und auf dem Müllhaufen landen!
Der Weg ist lang und beschwerlich, aber wie jeder Weg hat er ein
Ende. Und am Ende dieses Weges gibt es eine neue Welt zu gewinnen!
ArbeiterInnen!
Wir rufen vor allem dich auf: Warte nicht, begib dich auf den Weg!
Es gibt auf diesem Weg viele, die dich davon abbringen wollen, die
dir zurufen: 'Glaubst du etwa etwas bewegen zu können?' oder 'Das
Ziel ist zwar schön, aber unerreichbar, ein Traum!', 'Begnüge dich
mit Reformen!' etc. Die herrschenden Klassen versuchen immer die
Opposition des Volkes innerhalb der Grenzen der bestehenden Ordnung
zu halten, und finden dafür immer reformistische, revisionistische,
opportunistische Helfer! Höre ihnen nicht zu! Stoße sie weg von
dir!
Organisiere dich! Organisiere dich in deinen unabhängigen Klassenorganisationen,
in deiner eigenen Organisation! Die Organisation erhöht deine Kraft
auf ein fünf-, zehn-, hundert- tausendfaches!
Unser Aufruf lautet: Organisiere dich!
Unser Aufruf lautet: Für die Revolution!
Damit diese Aufrufe euch erreichen, werden wir vorerst versuchen
einmal im Monat mit euch zu sein!
Unser Zeitungsleben hängt vorrangig von der Unterstützung von euch,
den LeserInnen ab!
Vorwärts, unterstütze den 'AUFRUF', verbreite ihn und mache ihn
zu einer Stimme der Massen!"
Mit diesem Aufruf begann unser Publikationsweg.
Der Plan von "AUFRUF für eine Neue Welt"
Den Publikationsplan der Zeitschrift AUFRUF für eine Neue Welt haben wir ohne größere Veränderungen von der Zeitschrift "Für
eine neue Welt" übernommen. Unsere Hauptthemen, die wir
teils unter speziellen Rubriken zusammengefasst haben sind:
Aktuelle Leitartikel: Unser AUFRUF für eine Neue Welt beginnt mit einem oder je nach Situation einigen Leitartikeln, die
aktuelle Tagesthemen bewerten, die Situation und Aufgabenstellung
einschätzen und festlegen.
Durch die monatliche Herausgabe unseres Organs ist es schwierig,
immer brandaktuell zu sein. Wir versuchen das damit auszugleichen,
dass wir zu den neuesten politischen Entwicklungen im jeweiligen
Monat in der Türkei oder im internationalen Maßstab Analysen und
Hintergrundmaterial liefern. Zur Aufrechterhaltung ihrer Herrschaft
bombardieren die Imperialisten und Konsorten die Menschen mit ideologischem
Dauerbeschuß, um die Gehirne gefangen zu halten. Gezielt wird durch
die Kampagnen die "Tagesordnung" bestimmt: Durch
die Medien, die Stimme des Herrn der Bourgeoisie legen sie fest
was auf der Tagesordnung steht. Sie puschen die Themen hoch, die
ihnen gerade nützlich sind, sie lassen Debatten nur in den von ihnen
gezogenen Grenzen zu, sie versuchen durch Sensationsnachrichten
und Panikmache die ArbeiterInnen und Werktätigen fremd gegenüber
ihrer eigenen wichtigen, ihre Interessen betreffenden Tagesordnung
zu machen.
Mit bürgerlichen Ideen werden die Gehirne der Werktätigen täglich
gefüttert. Die Ereignisse werden vom bürgerlichen Standpunkt aus
kommentiert. Als Alternativen im bankrotten System werden unterschiedliche
Cliquen des bürgerlichen Systems favorisiert. Nur eins soll damit
erreicht werden, die Werktätigen sollen bloß nicht einen Ausweg
außerhalb des Systems suchen.
Die ArbeiterInnen und Werktätigen sind nicht gezwungen in dem heute
existierenden bürgerlichen System, in Barbarei und unter der faschistischen
Diktatur zu leben. Wenn die ArbeiterInnen und Werktätigen das Bewusstsein
ihrer Klasse erlangen, ihre eigene Kraft erkennen und einsetzen
zum Sturz des Lohnsklavensystems und zur Errichtung einer revolutionären,
demokratischen Macht der ArbeiterInnen und Bauern, nur dann wird
sich grundlegendes ändern. Sich dieses Bewusstsein für das historisch
notwendige Handeln zu erkämpfen, ist eine immense Aufgabe für die
ArbeiterInnen.
Nur wenn die wissenschaftliche Erkenntnis der Gesetzmäßigkeit der
gesellschaftlichen Entwicklung mit dem Klassenkampf gepaart wird,
werden sich die Wege öffnen für die einzige und wirkliche Alternative
zu diesem System: die Revolution und der Sozialismus. Als AUFRUF
für eine Neue Welt verfolgen wir eine Publikationslinie, die
dieser Bewusstmachung der ArbeiterInnen dient.
Wir entlarven, dass nicht wie die Imperialisten und ihrer Handlanger
behaupten "der Sozialismus, der Kommunismus tot", sondern
der Kapitalismus tot und verfault ist! Wir rufen die ArbeiterInnenklasse
und die Werktätigen dazu auf nicht zuzulassen, dass die Herrschenden
von den brennenden Fragen, die auf der Tagesordnung stehen ablenken
und ihre eigenen Themen vorgeben.
Die ArbeiterInnenklasse ist sich ihrer großen Kraft heute nicht
bewusst. Es ist notwendig, dass sie diese erkennt, und versteht,
dass sie von den verschiedenen für die Beibehaltung dieses Systems
eintretenden bürgerlichen Cliquen benutzt wird, um ihnen ein noch
größeres Stück vom Ausbeutungskuchen zu sichern.
Die Medien der herrschenden Klassen preisen das heutige System als
"gut und einzig wahres" an. Fehlentwicklungen, Korruption,
marode Staatsfinanzen sind immer nur die Schuld einzelner unvernünftiger
Personen und Institutionen. Die Sprecher der herrschenden Klassen
und die bürgerlichen Medien bieten ihren ganzen Propagandaapparat
auf um Reaktionen der Werktätigen auf diese Entwicklungen innerhalb
des Systems zu halten.
Eine unserer Aufgaben ist diese Lüge aufzudecken, und die Schweinereien
dieses Systems anzuprangern. Nicht diese oder jene Seite des Systems
ist der Fehler, nicht diese oder jene Person oder Institution ist
fehlerhaft, sondern das System selbst ist der Fehler. Es ist unsere
Publikationslinie zu erreichen, dass die ArbeiterInnen und Werktätigen
das System/den Staat hinterfragen, und aufzuzeigen, dass es auch
Alternativen ausserhalb dieses Systems gibt.
"Neue ArbeiterInnen-Welt": Von allen Klassen, die
heute der Bourgeoisie gegenüberstehen ist nur das Proletariat eine
bis zum Schluss wirklich revolutionäre Klasse. Marx und Engels sagten
im Kommunistischen Manifest: "Die übrigen Klassen verkommen
und gehen unter mit der großen Industrie, das Proletariat ist ihr
eigenstes Produkt". Dieses "eigenste Produkt" der
kapitalistischen Gesellschaft hat, wie im Kommunistischen Manifest
hervorgehoben "nichts von dem ihrigen zu sichern". Diese
Besonderheit macht das Proletariat in der kapitalistischen Gesellschaft
zur konsequent wirklich revolutionären Klasse. Diese objektive Lage
bürdet ihm als Vorbedingung der eigenen Befreiung die Aufgabe auf,
alle Formen des Privateigentums an den Produktionsmitteln mit der
Revolution zu zerschlagen.
Gleichzeitig beinhaltet diese Aufgabe, indem die ArbeiterInnen die
Aneignung durch das Privateigentum an den Produktionsmitteln und
im Ergebnis davon an den Produktionskräften und dem Reichtum der
Gesellschaft aufhebt, dass sie die ganze Menschheit von den Auswirkungen,
die die private Aneignung mit sich bringt befreit. Das ist die Aufgabe
die gesamte Menschheit zu befreien. Das Proletariat, das diese historische
Aufgabe innehat, hat in der kommunistischen Revolution "nichts
... zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen".
Unsere Zeitschrift, die diese berühmten Worte von Marx und Engels
im Logo auf der Titelseite abdruckt, beleuchtet in der Rubrik "Für
eine neue ArbeiterInnenwelt" die Lage der ArbeiterInnenklasse
innerhalb des kapitalistischen Systems, die daraus resultierende
Rolle der ArbeiterInnen dieses kapitalistische System durch die
gewaltsame Revolution zu stürzen, ein neues System zu errichten.
Es ist eine unabdingbare Bedingung für die Revolution, dass in die
ArbeiterInnenklasse, die noch kein Klassenbewusstsein erreicht hat,
und die eigene Lage nicht hinterfragt, Klassenbewusstsein hineingetragen
wird. Damit die ArbeiterInnenklasse die oben dargelegte historische
Aufgabe erfüllen kann ist es eine Vorbedingung, dass die ArbeiterInnenklasse
mit der Wissenschaft des Marxismus-Leninismus in Berührung kommt.
Unsere Zeitschrift erfüllt diese Aufgabe entsprechend ihren Kräften
und Möglichkeiten.
Wir leben in einer Welt die sich auf die "umfassende"
Herrschaft des Imperialismus stützt. Die Imperialisten unserer heutigen
Welt, die verschärfen die Lebens- und Arbeitsbedingungen der ArbeiterInnenklasse
international. Gerechtfertigt wird das mit dem Märchen von der "Neuen
Weltordnung", und der "Globalisierung". Ihr Ziel
ist die größtmögliche Ausbeutung sicherzustellen. Politikstrategien
wie MAI, GATT sind Teile davon. Unsere Zeitschrift AUFRUF legt diesen Mechanismus bloß. Wir beweisen, dass egal mit welcher
Begründung und unter welchem Namen diese vielseitigen Angriffe gefahren
werden, die internationale ArbeiterInnenklasse dagegen ankämpfen
muss und dass ohne Sturz des imperialistischen Systems, die Ausbeutung
nicht verschwindet. Wir versuchen davon zu überzeugen, dass um die
Angriffe zurückzuschlagen und das Ausbeutersystem zu stürzen es
notwendig ist, sich auf der Grundlage der Wissenschaft des Marxismus-Leninismus
zu organisieren und zu kämpfen. Wie auch auf anderen Gebieten, wird
auch hier die richtige Idee, dass der Sozialismus die Alternative
zur imperialistischen Barbarei ist in die Klasse getragen.
Auch die ArbeiterInnenklasse von Nordkurdistan/ Türkei ist als Teil
der internationalen ArbeiterInnenklasse diesen Angriffen der Imperialisten
ausgesetzt. Internationale Übereinkommen wie MAI, GATT, Flexibilisierung,
Privatisierung, etc. treffen auch sie. Die Interessen der Imperialisten
vertretende Organisationen wie der IWF und die Weltbank, verschärfen
in Zusammenarbeit mit den türkischen herrschenden Klassen die Situation
der ArbeiterInnenklasse und der Werktätigen. Sie stöhnen unter der
Krise, der Inflation, der Erwerbslosigkeit, der Verelendung und
Perspektivlosigkeit. Viele demokratische Rechte, in erster Linie
die gewerkschaftlichen sind den ArbeiterInnen entrissen worden.
Um den Klassenkampf konsequent zu führen ist es notwendig, dass
die ArbeiterInnen in ihren eigenen Organisationen den Gewerkschaften/Arbeiterkonföderationen
gegen die Gewerkschaftsbürokratie kämpfen, die die Interessen des
Kapitals verteidigen. Auch die irreführenden Einflüsse der Organisationen
und Parteien, die in der ArbeiterInnenklasse im Namen von "Linken",
"Sozialisten", "Kommunisten" reden, dabei aber
nur reformistisches Bewusstsein verbreiten, müssen zurückgewiesen
werden.
Die Zeitschrift AUFRUF für eine Neue Welt trägt nicht nur
das Bewusstsein in die Arbeiterklasse hinein, dass es notwendig
ist das System der Lohnsklaverei zu beseitigen, und sich dafür zu
organisieren, sondern zeigt auch Wege der Organisierung und des
Kampfes gegen die Gewerkschaftsbürokratie, die innerhalb der Arbeiterklasse
als Agent des Kapitals tätig ist, auf. Wir treten ein für die Bildung
von "Streik- und Kampfkomitees" als ein Weg des Klassenkampfes
in den Betrieben, der den Einfluss der vom Kapital gekauften Gewerkschaftsbürokratie
zerbricht. In der Rubrik "Neue ArbeiterInnenwelt" werden
auch polemische ideologisch-politische Schriften gegen sich ein
"linkes" "sozialistisches" Mäntelchen umhängende
Strömungen veröffentlicht. Theorien, die gegen die Privatisierungskonzepte
den reformierten Staatskapitalismus als Lösung für die Krise verkaufen,
werden auseinandergenommen ebenso wie einige verlogenen "Unabhängigkeitskonzepte".
In der Rubrik "Neue ArbeiterInnenwelt" werden nicht
nur Fragen des Kampfes der Arbeiterklasse behandelt, sondern auch
Themen, die im Kampf der anderen werktätigen Schichten im Vordergrund
stehen. Wir propagieren, dass auch für sie die wirkliche Alternative
der Sozialismus ist. In Nordkurdistan-Türkei ist in den letzten
Jahren eine gewisse Bewegung im Kampf der Beamten, Kleinhändler,
Erwerbslosen, Rentner etc. zu verzeichnen. Die organisierten Kräfte
dieser Schichten werden genauso wie die der ArbeiterInnenklasse
durch die von ihnen selbst geschaffenen Bürokraten/Leiter innerhalb
der Grenzen des Systems festgehalten, und auch in diesen Bereichen
erfüllt die Bürokratie die ihr in diesem System zukommende Aufgabe
"die Werktätigen in die Knie zu zwingen".
"Neue Frauenwelt": Unsere Zeitschrift hat seit
ihrer Geburtsstunde die Losung Clara Zetkin's "Die Arbeit unter
den werktätigen Frauen ist die Hälfte der gesamten kommunistischen
Arbeit" tatkräftig umgesetzt. In jeder Nummer werden in dieser
Rubrik Artikel zu verschiedenen Fragen des Befreiungskampfes der
Frauen veröffentlicht. Aber wir begnügen uns nicht damit die Fragen
der Befreiung der Frau in einer besonderen Rubrik aufzuwerfen. Unsere
Zeitschrift sieht es als ihre Aufgabe an in jedem Artikel über die
Klassenkampfsituation in allen gesellschaftlichen Bereichen die
besondere Unterdrückung der werktätigen Frauen zu entlarven, sich
daraus ergebende Forderungen als Forderungen des allgemeinen Kampfes
aufzustellen und zu verteidigen. Den Männerchauvinismus auch in
den "eigenen, linken Reihen" anzugehen und zu bekämpfen
ist uns ein besonderes Anliegen.
Unsere Praxis stützt sich auf die allgemeine politische Perspektive,
die Genossinnen nicht nur auf dem Gebiet Kampf für die Befreiung
der Frau, sondern auf allen Gebieten des politischen Kampfes zu
gewinnen und sich für ihre Entwicklung auf allen Gebieten einzusetzen.
Unsere Zeitschrift ist ein Instrument mit dem wir aktiv an verschiedenen
Kämpfen der ArbeiterInnenklasse und der Werktätigen, bei Vorbereitungen
von Streik- und Aktionseinheiten etc. teilnehmen. Wir versuchen
in diese Aktionen und Diskussionen unsere kommunistischen Positionen
zum Befreiungskampf der Frau hineinzutragen.
"Neue Jugendwelt": Unter dieser Rubrik verfolgen
wir eine Publiktationslinie, die die Fragen des dynamischsten Teils
der Gesellschaft, der Jugend, und dabei vorrangig der Arbeiterjugend
anspricht. Unser Ziel ist die Jugend für den Klassenkampf zu gewinnen.
Wir stellen uns dabei die Aufgabe, konkret die Ausrichtung auf eine
Organisierungsperspektive der Jugend aufzuzeigen und die existierenden
Probleme begreiflich zu machen.
Aus der Geschichte der internationalen Kommunistischen Bewegung
gibt es vieles über die Jugend und ihre Rolle im Klassenkampf und
ihre Organisierungsperspektiven zu lernen. Unsere Zeitschrift, die
es als eine ihrer Aufgaben ansieht unbekannte nicht in türkischer
Sprache veröffentlichte Dokumente der Kommunistischen Bewegung --und
als ein Teil von ihr der Jugendbewegung-- zu übersetzen und bekannt
zu machen, hat, um ein konkretes Beispiel zu geben, als erste das
"Programm der Kommunistischen Jugendinternationale" ins
türkische übersetzt und veröffentlicht.
Wir stehen hier noch ganz am Anfang, und haben nur erste Schritte
für eine Jugendarbeit getan. Wir haben noch große Mängel und Schwächen.
Aber mit der Entwicklung der revolutionären Bewegung und einem davon
abhängigen Aufschwung der Arbeiterjugend werden diese Probleme weitgehend
überwunden werden.
"Panorama:" Eine unserer Hauptlosungen ist: Barbarei
oder Sozialismus! Wie schon gesagt, wir leben in einer Welt, in
der die Barbarei des Imperialismus herrscht. In vielen Ländern der
Welt herrscht in der Politik die totale Reaktion und es gibt viele
Regime der offenen terroristischen Diktatur. Wir erleben heute die
Verschiebungen des imperialistischen Machtgleichgewichts und die
damit einhergehenden Neuaufteilungen von Einflußspähren, bewaffnete
Auseinandersetzungen, reaktionäre, konterrevolutionäre Kriege. Der
Chauvinismus wird angefacht und das Prinzip des Selbstbestimmungsrechtes
der Nationen mit Füßen getreten etc. etc.
Es ist eine unserer zentralen Aufgaben zu aktuellen Entwicklungen
in den einzelnen Ländern und Kontinenten Stellung zu beziehen. Wir
versuchen möglichst umfassend über die Lebensbedingungen, über die
Arbeits- und Kampfbedingungen der werktätigen Menschen in anderen
Ländern zu berichten. Erfahrungen von Massenkämpfen wie z.b. in
Argentinien popularisieren wir, damit die Zuversicht in unserer
ArbeiterInnenklasse wächst, dass Veränderung möglich ist. Noch wichtiger
ist es damit den Geist der internationalen Solidarität zu wecken,
die gegenseitige Unterstützung im gemeinsamen Kampf als unsere schlagendste
Waffe zu propagieren. In der Rubrik Panorama nehmen wir zu den wichtigsten
internationalen aktuellen Entwicklungen Stellung, analysieren sie
ausgehend von der marxistisch-leninistischen Wissenschaft und zeigen
Auswege auf.
"Kampf zum Schutz der Umwelt, unserer Lebensgrundlagen":
Ein Lebensbereich, in dem sich heute die Barbarei des Imperialismus
am drastischsten zeigt, ist die Ausplünderung der Natur für imperialistische
Profite und damit verbunden die Vernichtung unserer Lebensgrundlagen.
Es gehört zu den grundlegenden Aufgaben der ArbeiterInnenklasse
gegen diese Ausplünderung, diese imperialistische Barbarei, die
die Zukunft der Menschheit mit einer schweren Hypothek belegt anzukämpfen.
Die Zeitschrift AUFRUF für eine Neue Welt verfolgt in Umweltfragen
eine sensible Publikationslinie. Wir decken die Ursachen von internationalen
und nationalen Umweltkatastrophen als das auf was sie sind: Profitjägerei
und Verbrechen. Wir versuchen in der Arbeiterklasse, die so vielen
drängenden Problemen gegenübersteht ein Bewusstsein für die immense
Bedeutung dieser Frage zu entwickeln. Wir versuchen praktische Alternativen
z.b. in der Energiegewinnung aufzuzeigen, die allesamt machbar wären,
aber dem Kapital zu teuer sind. Wir unterstützen Bewegungen, die
sich dem verheerenden Ausverkauf der Umwelt durch die türkischen
Herrschenden entgegenstemmen und versuchen eine revolutionäre Stoßrichtung
hineinzutragen.
"Der richtige Streit/der Streit für das Richtige":
In dieser Rubrik wird unregelmäßig mit verschiedenen Organen, Parteien,
Organisationen polemisiert. Bei den "linken", "sozialistischen",
"kommunistischen" Parteien Organisationen und Gruppierungen
in Nordkurdistan/Türkei ist eine Diskussionskultur kaum entwickelt.
Fast allen ist die Haltung fremd, Probleme offen vor und mit allen
AnhängerInnen zu diskutieren, in der Diskussion offen für Argumente
zu sein und bereit zu sein sich überzeugen zu lassen, wenn die andere
Seite Fakten vorträgt. Das führt dazu, dass weder der "Kampf"
richtig geführt wird, noch um das Richtige gekämpft wird.
Die charakteristischsten Krankheiten in diesen Kreisen sind Oberflächlichkeit,
Dogmatismus und Lösung der Streitfragen durch grobe Gewalt anstatt
durch Diskussion.
Wir streiten mit Positionen, die unsere ideologische Ausrichtung
versuchen zu verdrehen und die Errungenschaften der kommunistischen
Weltbewegung angreifen. Wir streiten mit Strömungen, die sich "links"
geben, auf den "Sozialismus" beziehen, aber in Wirklichkeit
zu nichts anderem nutzen als das Bewusstsein zu vernebeln. Wir wissen,
dass früher oder später das "Richtige" sich durchsetzen
wird, dafür arbeiten wir. Als ein Organ, das die Prinzipien der
Wissenschaft des Marxismus-Leninismus verteidigt, tragen wir die
Verantwortung vorrangig für das Richtige zu streiten.
Als Zeitschrift AUFRUF für eine Neue Welt führen wir einen
richtigen Streit im Streit für das Richtige.
"Schulungsecke": In dieser Rubrik erläutern wir
in verständlicher Sprache die grundlegenden Prinzipien/Begriffe
des Marxismus Leninismus. Wir haben unter Stichpunkten wie: "Klassen",
"Kampfperspektiven der Arbeiterklasse", "Revolution
und Revolutionstypen", "Feindliche Strömungen des Marxismus",
"Philosophie" und "einige Kategorien der politischen
Ökonomie" kurze Abrisse der jeweiligen Fragen gemacht. Diese
Arbeit hat dazu geführt, dass mit der Zeit eine kleine "Bücherei
des Marxismus-Leninismus" zustandegekommen ist. Diese Artikel
haben wir wegen der großen Nachfrage auch als gesonderte Broschüren
herausgebracht.
"Lernen wir von den Lehrern des Proletariats":
In dieser Rubrik drucken wir ausgesuchte Artikel des Marxismus-Leninismus
unkommentiert ab. Unser Ziel ist dabei die ArbeiterInnen und Werktätige
direkt mit den Quellen bekanntzumachen. Wir möchten, dass sie sich
selbst ein Bild vom Inhalt und den Aufgabenstellungen machen und
kritisch sich mit deren Anwendung für unseren heutigen Kampf auseinandersetzen.
"Buchvorstellungen": Unter dieser Rubrik stellen
wir jeden Monat ein Buch vor. Das sind entweder Bücher der marxistisch-leninistischen
Klassiker oder revolutionäre Romane, Erzählungen und Kurzgeschichten.
Wir wollen damit unsere LeserInnen zum Bücher lesen animieren.
"Schandnachrichten": In dieser allseits beliebten
Rubrik kommentieren wir ironisch Nachrichten aus dem bürgerlichen
Blätterwald, die nur noch mit dem Ausruf "das schlägt dem Fass
den Boden aus" zu bewerten sind.
Die "tiefschürfenden" Aussagen der Politiker der herrschenden
Klasse, die Unverfrorenheiten ihrer Betrügereien und Lügereien sind
hier unser Hauptthema.
Wir arbeiten in dieser Rubrik auch mit vielen "interessanten"
Fotos, die die Machenschaften der Herrschenden -meist unfreiwillig-
aufs Korn nehmen. Auf diesen Seiten ist auch die Rubrik "Karikatur"
zu finden, wo wir jeden Monat satirisch ein Tagesthema 'kommentieren'.
"Rätselecke": In jeder Nummer von AUFRUF veröffentlichen
wir ein Kreuzworträtsel. Gesucht werden vor allem Begriffe aus der
Ökonomie und Politik, daneben Künstler, Literaten, Politiker etc.
So erweitern wir unser eigenes Wissen und das unserer LeserInnen
zu Begriffen und Personen, deren Namen wir schon einmal gehört haben,
über die wir meistens aber nicht so sehr viel wissen.
Zensur und andere Repressalien:
Zum Schluss müssen wir auf einen sehr wichtigen Punkt unseres Publikationslebens
eingehen. Um eine linke Zeitung aus Nordkurdistan/Türkei vorzustellen
ist es unausweichlich die Repressalien und die Zensur, der alle
ausgesetzt sind, zu benennen. Denn in Nordkurdistan/Türkei arbeitet
die oppositionelle Presse unter der herrschenden faschistischen
Barbarei, die ihr jeden Tag des Lebens schwer macht, und versucht
sie zum Schweigen zu bringen. Trotz ständiger Repressalien und Angriffe
arbeiten aber viele weiter.
In einem Land in dem die oppositionelle Presse und ihre Organe,
insbesondere die linken sich auf den Sozialismus-Kommunismus berufenden
Zeitschriften verboten und Verlagshäuser geschlossen werden, Verfahren
mit hohen Geld- und Gefängnisstrafen eröffnet und auch verhängt
werden, in einem Land in dem Dutzenden Presseverantwortlichen von
revolutionären Publikationen, Redakteuren, Inhabern von Verlagshäusern
und Zeitschriften/Zeitungen der Prozess gemacht wird, und Strafen
verhängt werden, in dem viele Redakteure und Journalisten unter
Polizeigewahrsam "verschwunden" sind, d.h. ermordet wurden,
Verlagshäuser bombardiert wurden, kann sich die oppositionelle Presse
nur unter größten Kraftanstrengungen auf den Beinen halten. Das
ist die "normale" Situation seit der Geburtsstunde der
legalen linken oppositionellen, revolutionär-kommunistischen Presse.
Unsere Vorgängerin "Für eine neue Welt", ist eine
der Zeitschriften, die der Zensur des Staates ausgesetzt war. Im
Oktober 1993 stand in der Nummer 11 in dem Artikel "Von der
Neuen Welt" zu lesen:
"In Nordkurdistan-Türkei legal gegen die faschistische Ordnung
zu publizieren heißt immer wieder an die Grenzen zu stoßen, unter
ständiger Unterdrückung, Bedrohung, Geld-und Gefängnisstrafe und
der Gefahr 'zu verschwinden' zu arbeiten. Die türkische Republik,
die damit prahlt zur Demokratie überzugehen, die mit einer Ministerpräsidentin
ihre Vitrine modernisiert, ist weltweit einer der Champions beim
Konfiszieren von Zeitschriften/Zeitungen und Büchern, bei den Strafen,
die sie Herausgebern von Zeitungen, Zeitschriften und Büchern aufdrücken,
bei getöteten Journalisten und Redakteuren! In der letzten Zeit
steht bei den Tageszeitungen ein Verbot von "Özgür Gündem"
an. Von den Redakteuren von Özgür Gündem sind zuletzt Ferhat Tepe
und Aysel Alkoç 'verschwunden'. Es gibt so gut wie keine revolutionäre
Zeitschrift und Zeitung, die nicht konfisziert wird. Geldstrafen
in Milliardenhöhe und jahrelange Gefängnisstrafen erwarten die verantwortlichen
Redakteure und Inhaber. Auch "Für eine neue Welt" hat ihren Anteil davon abbekommen. Dutzende Verfahren sind eröffnet
worden. Wir sollen mundtot gemacht werden."
Nachdem die 12. Nummer von "Für eine Neue Welt"
im Dezember 1993 erschien, ist sie für ein Jahr zum Schweigen gebracht
worden und verstummt. Im März 1995 konnte die Nummer 13 die LeserInnen
erneut begrüßen. Aber diesmal konnte der Unterdrückung des Staates
nicht länger standgehalten werden. Gegen den Inhaber und die verantwortlichen
Redakteure wurden Dutzende Prozesse mit der Forderung nach mehreren
Jahrzehnten Gefängnisstrafe eröffnet. Mehrere Milliarden Türkische
Lira Geldstrafen wurden verhängt. Trotz alledem, trotz der staatlichen
Unterdrückung, der Prozesse, der Konfiszierungen und Schließungen,
trotz der Gefängnisstrafen erschien die Zeitschrift "Für
eine Neue Welt" bis zur Nummer 32. Danach musste sie ihr
Erscheinen einstellen.
Auch die Zeitschrift "Aufruf für eine Neue Welt",
die das Erbe von "Für eine neue Welt" übernommen
hat, war von ihrer ersten Nummer an der staatlichen Unterdrückung
und Verfolgung ausgesetzt. In der Nummer drei von AUFRUF für
eine Neue Welt schrieben wir dazu:
"Wenn es um die eigenen Freiheiten, um ihre 'Pressefreiheit'
geht, ist die Regenbogen-Presse der herrschenden Klassen sehr empfindlich...
Wer das sieht wird sagen 'großartig', sind das aber Verteidiger
der Demokratie'! Aber der Schein trügt, sie sind nur für sich selbst
demokratisch.
Demokratie, die von den herrschenden Klassen als 'demokratisch,
laizistisch, rechtsstaatlich' bezeichnet wird, gibt es nur für die,
die sich in den von ihnen vorgezeichneten Grenzen bewegen, die mit
dieser Ordnung in den Grundfragen übereinstimmen! Für die anderen
ist offener Terror vorgesehen und wird praktiziert. Der Namen für
die Politik eines offen terroristischen Systems ist Faschismus!
Die erste Nummer von AUFRUF hat uns diese Tatsche noch einmal gezeigt!
Mit der Begründung, wir hätten in sechs Artikeln mit verschiedenen
Worten 'Gedanken vorgetragen, die dazu angetan sind, das Volk auf
Grundlage von Rassen- und Klassenunterschieden offen zum Hass und
zur Feindschaft zu hetzen', hat das der stellvertretende Richter
des 2. Staatssicherheitsgerichtes von Istanbul mit dem Beschluß
vom 16.04.1997 zwei Nummern konfisziert.
In diesem Zusammenhang wollen wir sagen: Zuerst die Behauptung,
wir hätten "auf Grundlage der Rassenunterschiede " gehetzt,
zeigt sehr informativ wie es um die Fähigkeit der Beschlussfassenden
bestellt ist, richtig zu lesen. Wir akzeptieren im Gegensatz zu
allen biologistischen türkischen und anderen Rassisten keine Trennung
zwischen den Rassen. Wir erkennen nur eine einzige "Rasse"
an: die Menschheit!
Zu der Beschuldigung 'Hetze aufgrund der Klassenunterschiede ...'.
Die Existenz der Klassen und des antagonistischen Widerspruches
zwischen den ausbeutenden Klassen und den ausgebeuteten verschwindet
nicht durch das Märchen: 'wir sind eine einheitliche Gesellschaft
ohne Klassen und Stände'. Diese Widersprüche sind Fakten. Wir denken,
dass die, die uns beschuldigen, klassenspalterisch zu sein, in
Wirklichkeit zu verheimlichen suchen, dass sie einer Klasse, nämlich
der Ausbeuterklasse dienen. Ja, wir sind in der Klassenfrage parteiisch.
Wir vertreten unsere eigenen Klasseninteressen, die der Arbeiterklasse
und der Werktätigen.
Zu der Beschuldigung wir würden das Volk zum 'Hass und Feindschaft
aufstacheln': Nicht wir, sondern die herrschenden Klassen sind es,
die im Volk Hass und Feindschaft schüren, das Volk gegeneinander
aufhetzen und aufeinander losgehen lassen. Wir rufen die ArbeiterInnen,
Bauern und alle Werktätigen auf, sich zu vereinigen. Zu vereinigen
gegen den wirklichen Feind, gegen den Klassenfeind! Das ist der
Aufruf, den wir machen. Und davon wird uns auch in Zukunft keiner
abbringen!
Die herrschenden Klassen wollen unseren AUFRUF so wie die gesamte
revolutionäre Presse mundtot machen. Wir werden nicht schweigen!
Wir vertrauen in diesem Punkt auf die Unterstützung durch unsere
LeserInnen!"
So sehr auch die herrschenden Klassen anführen, der Staat der türkischen
Republik sei ein Rechtsstaat, in der türkischen Republik herrsche
Demokratie, die
Presse sei 'frei', sie würde nicht zensiert, die Menschen würden
nicht bestraft, weil sie Ideen frei äußerten... ihre Praxis ist
das genaue Gegenteil! Auch wenn sie versuchen, die von ihnen praktizierte
faschistische Diktatur durch blumige Worte zu verdecken, gelingt
es ihnen nicht den Faschismus zu verheimlichen.
Es wird behauptet, in der Türkei gäbe es keine Zensur, aber direkt
in jede Verfassung wurde aufgenommen, dass es Zensur geben wird.
Und aus diesem Grund wurde zu jeder Zeit die Zensur insbesonders
gegen revolutionäre-sozialistische Publikationen verschärft angewandt.
Die Tradition zu zensieren ist im faschistischen türkischen Staat
so weit entwickelt, dass Zeitschriften noch bevor sie auf den Markt
gelangen kontrolliert werden, noch bevor sie einen einzigen Leser
erreichen, wird schon ein Verfahren dagegen eröffnet. Die Zensur
in der Türkei unterscheidet sich nicht von der unterdrückerischsten
Zeit des Osmanischen Reiches, der Zeit unter Abdülhamit.
Der faschistische türkische Staat hat heute mit einem frontalen
Angriff auf linke oppositionelle Strömungen und dabei insbesonders
gegen demokratische und kommunistische begonnen. Dieser Angriff
wird sehr vielseitig ausgeführt. Die Institutionen, die legal tätig
sind, Presseorgane, legale linke Parteien und Vereine sollen durch
die Unterdrückung des Staates mürbe gemacht werden. Die Presse ist
in diesem Rahmen ein besonderes Ziel. Die Zahl der Zeitschriften
und Zeitungen, die seit Januar 2001 bis heute konfisziert, gegen
die Verfahren eröffnet, oder die verboten wurden, ist ein vielfaches
höher, als wie im letzten Jahr. Die Nummern 43, 44 und 45 von AUFRUF
FÜR EINE NEUE WELT sind konfisziert worden. Desweiteren wurde
die Broschüre, die unsere Zeitschrift anlässlich des 8. März dem
internationalen Tag der werktätigen Frau publiziert hat, ohne einen
gerichtlichen Beschlagnahme-Beschluss einfach verboten und eingezogen!
Es zeigt sich, dass die Spirale der Unterdrückung durch den Staat
noch weiter hochklettern wird.
Die internationale Solidarität ist eine starke
Waffe gegen diese Unterdrückung!
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